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Aufgepumpte Fachtheoretiker aka ich WILL aber keinen Master machen!

[warning: this post includes sarcasm]

„Seien Sie bitte unter 30 Jahre alt und bringen Sie mindestens 20 Jahre Berufserfahrung mit… alternativ studieren Sie bitte sechs Jahre im Master, danach können Sie bei uns noch mal ganz neu mit einer Ausbildung anfangen.“

Die Art der Jobausschreibung klingt grotesk, blödsinnig und ist unter Bewerben zu einem Running Gag geworden, aber leider steckt mehr als nur ein Funke Wahrheit darin, wie ich selber feststellen musste! Zeit, meinem Frust mal etwas Luft zu machen…

Nach gut vier Monaten der Jobsuche (was eigentlich so gesehen noch kein Zeitraum ist, aber irgendwie schon, wenn man ständig gesagt bekommt „Sie gefallen uns, leider haben wir aber keine Stelle für Sie“ ) stolpere ich doch tatsächlich über meine eigene Ausbildung. Autsch.

Ich dachte die Wirtschaft wusste, worauf sie sich einlässt als sie den Bachelor eingeführt hat. Das Studieren sollte zügig, kompakt und trotzdem anspruchsvoll verlaufen. Alle fanden ihn damals toll und jetzt will ihn keiner haben. Den Junggesellen der Kunst (Bachelor of Arts), dabei steckt so viel Potenzial dahinter, wenn man sich noch nicht totstudiert hat!

Aber viele Agenturen scheinen die Anzahl der Studienjahre mit der Zahl der Grauen Zellen gleichzusetzen.  Je mehr, desto besser. Am liebsten hätte man natürlich die klassische eierlegende Wollmilchsau nach 12 Semestern. Oh oh. Irgendwas stimmt doch dabei nicht, jedenfalls wenn man vor seinem 35. Geburtstag doch gerne anfangen würde zu arbeiten.

„Wir stellen grundsätzliche keine Bewerber mit Bachelor-Abschluss ein. Wir haben festgestellt, dass diese Qualifikation einfach noch nicht für das ausreicht, was von unseren Mitarbeitern gefordert wird.“

Dies schrieb mir ein Personaler auf meine Anfrage ob ich mich bei ihnen um ein Volo bewerben ‚darf‘. Gut das ich erstmal nachgefragt hab. Ich nehme mir im Schnitt für ein Anschreiben über eine Stunde Zeit.. und das wäre in diesem Falle wirklich ärgerlich gewesen (und ein Laden in dem ich vermutlich nie hätte arbeiten wollen..)

was war zuerst da? das huhn oder das ei?

Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Ich studiere Germanistik und Kommunikations- und Medienwissenschaften und habe meinen BA in der Tasche. Kann man das eigentlich dann ein duales BA-Studium nennen? Warum eigentlich nicht. Ich behaupte nicht, das Wissen mit Löffeln gefressen zu haben –  aber ich bin Absolvent und meine schon eine gute Ausbildung genossen zu haben. Und theoretisch reichts. Also an Theorie. Die nötige Praxis  folgt währenddessen oder nach dem Studium ja durch Praktika.

Ich frage mich allerdings, wie ich für den Job in einer Redaktion oder PR-Stelle besser fachlich qualifiziert sein sollte, wenn ich jetzt noch drei Jahre den Master in Germanistik mache, eine Facharbeit über mittelhochdeutsche Minne und die Sprache des Mittelalters schreibe, einen Roman von Hiob auseinandernehme oder mein Wissen über phrasale Komposita in eine 80-Seiten-Masterarbeit zwänge. Theorie Overload nennen ich das! Ich hab do‘  net auf Lehramt studiert! Ja sach mal..

Wohlgemerkt, die Antwort oben bekam ich auf eine Bewerbung als Trainee-Redakteur!

Ich sehe es nicht ein, mich mit einem Master auf einen Ausbildungsplatz zu bewerben – wie aufgeplustert müssen Absolventen denn heutzutage sein, damit sie als qualifiziert genug für ihren angestrebten Beruf gelten?

Der Bachelor macht Sinn, er bringt einem bei, drei Jahre konsequent und selbstständig zu arbeiten. Dass die Studenten dabei in viel kürzerer Zeit genau dasselbe Pensum in die Birne kriegen müssen, wie die Kollegen mit Magister ist vielen gar nicht klar. Eigentlich sind wir Junggesellen also Organisationstalente. ;o

Fakt ist: Im Studium bekommt man vor allem eines eingetrichtert: Theorie, Theorie, Theorie. Wie ich danach ein Kundengespräch richtig führe oder zielgruppenaffine Texte schreibe, weiß ich allerdings noch lange nicht.

Das habe ich während meiner Praktika gelernt – und ganz eigenständig durch Textjobs während des Studiums. Learning by doing und so.

Ich halte die Einarbeitung in einem Betrieb für hundert Mal sinnvoller als den Master in Germanistik. Zielgerichtet, praktisch am Objekt (oder Kunden). Dafür sind die Traineestellen auch da, dachte ich.

Ich will niemandem den Master schlecht reden. Manchmal denke ich sogar „wärst du noch jünger (und hättest weiterhin BAföG-Anspruch..) würdest du den vielleicht auch noch machen“ – aber mit dem Bachelor abzugehen und nach Jobs zu suchen ist doch irgendwie viel mutiger als einfach eingeschrieben zu bleiben! Viele Leute, die ich kenne, die den Master machen tun dies eigentlich nur, weil sie nicht wissen was sie sonst machen sollen… ist das die Motivation, die sich ein Arbeitgeber wünscht?

Im Spiegel gibt es einen Bericht  der meint, jeder Absolvent käme zwar irgendwann unter die Haube, aber BAs müssen sich leider immer gegen Diplom- und Master-Menschen durchsetzen – oder bekommen schlichtweg weniger Gehalt.

So sieht’s aus.  ….(?)

Toll. So und darauf schreiben wir jetzt  noch ein, zwei Motivationsschreiben für die nächste Bewerbung. Denn nach der zehnten unbeantworteten Initiativbewerbung und dem fünften Copytest, mit dem man Agentur X,Y und Z bespaßen soll, sind wir ja alle noch höchstmotiviert! Conceal, don’t feel!

getajob

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Bachelorarbeit – writing mode

So, länger nichts mehr gebloggt. Vor allem aus persönlichen Gründen. 😉 Ansonsten stecke ich jetzt – offiziell – mitten in der Bachelorarbeit! Tadaa. Gestern kam der Bescheid ins Haus geflattert, die Themenausgabe wäre durch und ich könne mir meinen Umschlag beim Prüfungsamt abholen. Bin ja mal gespannt welches der drei (völlig identischen aber anders formulierten) Themen es geworden ist. Auf jeden Fall habe ich mich nun durch sämtliche Literatur zum Thema Frame-Semantik gewühlt. Allen voran Fillmore, Busse und Ziem und habe dabei gute 12 Seiten an wichtigen Stellen bzw. Notizen rausgeschrieben, die ich als Referenzen mit Fußnote in der Arbeit angeben will.

Besonders lustig wird der Theorieteil…. ich bin ja immer noch nicht völlig sicher, dass ich das Thema überhaupt verstehe. Aber das ist ja genau der Anspruch an solch einen Theorieteil – ich muss praktisch ein „Frame-Semantik“ für Dummies schreiben: also Fachsprache in verständlich umwandeln. Sollte gehen. Glaube die Analyse der Lufthansa-Anzeigen wird der interessante Teil der Arbeit, da kann ich mich so richtig schön analytisch auslassen und die Werbung stilistisch auseinandernehmen 🙂 das liegt mir ja.

Okay, das Thema der Arbeit ist nun offiziell: Bedeutungskonstitutionen in der Werbung von Fluggesellschaften – Eine framesemantische Analyse

Ansonsten suche ich jetzt parallel nach Praktikumsstellen /schrägstrich/ Jobs für Anfang nächsten Jahres, was sich ja dann im Idealfall direkt an die BA-Arbeit anschließen soll. Bisher zwölf herausgeschrieben, mal sehen welche davon wirklich in Frage kommen. Redaktionelle Arbeit gemixt mit PR und Marketing würde mich am meisten interessieren. Und da findet sich auch einiges in Köln und Düsseldorf.

Themenfindung

Aus dem Urlaub wieder da, ran gehts an die Bachelorarbeit. Themenfindung ist immer noch schwierig, schließlich muss man 40 Seiten damit füllen. Darum erstmal einen Beratungstermin mit meinem Dozenten gemacht und Möglichkeiten durchgesprochen. Dazu hab ich mal mehreren Anzeigen der Lufthansa und Ergo Versicherung mitgebracht und mich in allgemeine Lehrbücher zu Sprache in der Anzeigenwerbung reingelesen… würde ja gerne so was formal-analysetechnisches machen, Sprachgebrauch und ähnliches. Leider müssen die Themen irgendwie auf dem Kurs aufbauen und  und daher war das Ganze ziemlich eingegrenzt.

Und da ich gerne bei den Lufthansaenzeigen beiben wollte fiel die Themenauswahl auf die Frame-Semantik, also sprachliche Bedeutungsfelder die in den Anzeigen von Fluggesellschaften verwendet werden.

Me trying to study

Klingt erstmal total kompliziert, wenn man sich noch nicht durch sämtliche Literatur zum Thema durchgelesen hat, hat man selber noch nicht wirklich nen Grip am Thema.

Was ist Frame-Semantik? So ganz grob und für Dummies? Frames kann man sich wie Mindmaps im Kopf vorstellen. Wörter sind in einem Netzwerk miteinander verbunden und werden situationsbedingt nach Erfahrungswerten aktiviert. Beim Wort Geburstagsparty präsentiert der Kopf automatisch ein Repertoire an Wörtern wie Geschenke, Geburtstagskind, Gäste, Kerzen ausblasen etc. und von jedem dieser Wörter gehen praktisch wieder weitere Unterbegriffe ab.  Bei einer Analyse geht es halt darum, zu untersuchen welche Felder die Lufthansa in ihren Anzeigen beim Betrachter aktiviert.. bewusst und ganz gezielt und wie mit diesen erfahrungsgemäßen Begriffen in den Köpfer der Rezipienten gespielt wird. Puh ich hoffe das ist soweit richtig, das ist erstmal mein Stand nach dem ersten überfliegen der Literatur…

Mit Literatur meine ich ein 400+ Seiten Kompendium von einem unserer Dozenten. Prost Mahlzeit, dabei lernt man wirklich kreuzlesen und sich weniger auf den kompletten Inhalt zu konzentrieren. …. Die Anfangsphase vor dem Schreibbeginn ist immer am schwierigsten, man (ich) denkt immer, man hätte noch nicht genug Theorie angelesen.  Zurzeit klapper ich die umliegenden Städte nach Literaturcafés bzw. Bibliotheken ab, irgendwo wo man sich hinsetzen kann zum Lernen, mit Atmosphäre. Zuhause hat man immer mit dem Schweinehund zu kämpfen und mit Laptop immer bis zur Uni..

Heute dann außerdem die offizielle Anmeldung zur BA-Arbeit mit Themenvorschlägen abgeschickt. 🙂 Mir wurde gesagt, es kann bis zu zwei Wochen dauern… was ja nicht heißt, ich kann nicht schon mit der Arbeit anfangen.

Tipps für Studenten Teil 2: eBay

Diesmal will ich etwas über die Schnäppchenjagd auf eBay erzählen. Dort kann man ja bekanntlich günstig einkaufen, wenn man sich nicht ganz dämlich anstellt. Das interessiert natürlich nicht nur Studenten, aber wenn ich schon einen ‘Tipps Teil 1′ habe, musst auch irgendwie ein Teil 2 her.

Auction

Ich schreibe diesen Artikel auch, weil ich schon öfter gefragt wurde, wie ich so erfolgreich auf eBay handle, seltene und günstige Sachen ergatter und meistens bei Auktionen auch der Höchstbietende bin. eBay ist im Grunde ja nicht schwer, man geht auf die Webseite, sucht nach einem bestimmten Begriff, beobachtet das Objekt seiner Begierde und bietet dann darauf. Wenn man etwas länger dabei ist, merkt man aber, wann welche Gebote am meisten Erfolg versprechen und wie man auch seltene Klamotten und andere Sachen auf eBay findet.

Zuallererst die Suche: Als Beispiel tippe ich einmal ‘Desigualkleid’ ein und klicke auf ‘Finden’. So bekomme ich schon knapp unter 1000 Einträge angezeigt. Links kann ich dann Merkmale wie Größe, Länge, Stil etc. anklicken und so die Suche einschränken. Solch eine Suche ist ganz gut, wenn man sich einen groben Überblick verschaffen will, was alles auf eBay an Desigualkleidern geboten wird. Wohlgemerkt wenn ich nach “Desigualkleid“ suche..

Wenn ich jetzt, experimentierfreudig wie ich bin, stattdessen mal nach „Desigual Kleid“ suche, also die beiden Worte getrennt schreibe, bekomme ich – tadaaa- auf einmal ganz andere Ergebnisse und diesmal sind es sogar knapp unter 2000! Die Schreibweise ist (auf) eBay also alles andere als egal. Man muss als Käufer immer versuchen, mit dem Kopf des Verkäufers zu denken (und umgekehrt). Wie würde ich selber einen solchen Artikel bezeichnen wenn ich ihn verkaufen will? Variationen sind bei der Suche nützlich. Versucht es zum Beispiel spaßeshalber auch mal mit ‘desingual’. Vertippter passieren auch bei eBay-Auktionen und zeigen Artikel, die sonst nur von wenigen Leuten gefunden werden. eBay ist dabei unfreiwillig kooperativ. Gibt man einen Begriff in die Suchleiste ein, zeigt eBay darunter eine Reihe von verwandten Begriffen, nach denen man ebenfalls suchen könnte.auktion

Wenn man außerdem ein gewisses Merkmal einschließen möchte – wie zum Beispiel Knöpfe oder dass das Kleid schwarz sein soll, dann kann ich einmal versuchen, dies links bei den Einstellungen anzuklicken. Ist die Option aber nicht gegeben (ich bezweifele, dass man gesondert nach geknöpften Kleidern suchen kann)  tippt man stattdessen einfach folgendes in die Suchleiste: „Desigual Kleid schwarz knöpfe“ und aktiviert das kleine Feld unter dem Button ‘Finden’, welches die Beschreibung mit einschließt. Die Suche zeigt jetzt Artikel an, bei denen das Wort ‘Schwarz’ und ‘Knöpfe’ vom Verkäufer in der ArtikelBESCHREIBUNG verwendet wurde. Man kann natürlich auch nur in den Titeln suchen, in dem man das Kästchen unbeachtet lässt, erhält so aber in der Regel weniger Ergebnisse.

Als nächstes zum Bieten: Die meisten Gebote werden bei eBay erfahrungsgemäß innerhalb der letzen Minute abgegeben. Das ist irrwitzig, wenn man sich überlegt, dass auf einen Artikel so vielleicht Tagelang kein einziges Gebot entfällt und in der letzten Minute kloppen sie sich dann darum.

Und warum ist das so? Wer später bietet. gibt seinen Konkurrenten weniger Zeit, zu überbieten und außerdem erweckt eine Auktion ohne Gebote den Anschein, nicht interessant zu sein. 😉 Wer spät bietet kann natürlich immer noch überboten werden, wenn er nicht sogar zu spät ist und die Auktion bereits vorbei. Ich biete im Schnitt innerhalb der letzten 12 Sekunden, das reicht gerade noch, ein Gebot abzugeben und bietet dem anderen nicht wirklich Zeit sich noch einen vernünftigen Gegenpreis zu überlegen. Wenn man dann bietet, dann NICHT 50 Cent mehr als das aktuelle Gebot, so ist man schnell direkt wieder überboten. Stattdessen überlegt man sich vorher seinen absoluten Höchstpreis, den man bereit wäre zu zahlen. Diesen gibt man in den letzten 15 Sekunden ein. Meistens erhält man so den Zuschlag und das noch unter dem eigenen Höchstpreis.

Und es gibt bei den Geboten noch einen Trick. eBay staffelt die Gebote in 50-Cent Schritten. Also 1 Euro, 1,50 Euro, 2 Euro usw. Wenn das aktuelle Gebot nun bei 5 Euro steht und ich bereit bin, höchstens 8 Euro zu zahlen, gebe ich als Höchstgebot 8,02 Euro ein. Ich weiß nicht ob es ein Bug ist, aber wenn nun jemand auf den Artikel bietet und sagen wir ebenfalls 8 Euro setzt, dann erhalte ich den Zuschlag für 8,02 weil ich 2 Cent mehr geboten habe, obwohl der nächste Schritt eigentlich 8,50 Euro sein sollte. Dasselbe funktioniert übrigens auch mit 8,52 oder 8,53 Euro.. wählt einfach einen kleinen Centbetrag.

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Schlussfolgend ist 8,49 das dümmste Gebot, das ihr setzten könnt, da schon jemand der 8,50 bietet euch theoretisch überbieten könnte. An dieser Stelle: Ich übernehmen KEINE Garantie für diese Technik, bei mir hat es bislang so funktioniert, vielleicht hat eBay aber auch inzwischen nachgebessert.

Und last but not least etwas zum Thema BIETAGENTEN. Manche haben vielleicht schon mal davon gehört und sind sich nicht sicher, ob diese überhaupt legal sind. Laut eBay AGBs sind sie’s nicht, auf der anderen Seite widerspricht sich eBay dabei jedoch selbst, denn es gibt einen hauseigenen ‘Bietagenten’, der automatisch auf das höchstgebot des Käufers hochgeht. Ich bin ein Fan von Bietagenten. Ich muss nicht mehr in den letzten Minuten vorm Rechner sitzen und „Aktualisieren“ triggern oder mich kurz bei meinen Freunden entschuldigen. Ich setzte einfach einen Tag vorher (oder wann auch immer) ein Gebot auf Snip.pl fest und lasse das Programm für mich bieten. Genauer werde ich das noch in einem gesonderten Blogpost beschreiben, damit das hier kein Roman wird. ^^

Bachelorarbeit – oder: wie werde ich Junggeselle der Kunst

Ein wenig wundere ich mich ja schon, dass neben der Bachelorarbeit keine weiteren Prüfungen notwendig sind, um seinen BA – Bachelor of Arts  (bin ich dann ein „Junggeselle der Kunst“, yay) zu kriegen. Ehrlich, merkt so überhaupt jemand, dass man praktisch klammheimlich seinen Abschluss erreicht hat.. nach gut drei Jahren. Auf einmal so BÄM, Bachelor!

Okay.. Dann hab ich mir jedoch sagen lassen, dass man gut ein halbes Jahr nach der Bewertung der Arbeit zu einer Abschlussfeier eingeladen wird. Also muss es irgendwie ja doch durchsickern. 😉  Leider ist das grade noch Zukunftsmusik und ich steh‘ jetzt erstmal vor dem größten Berg, der sich da Themenfindung für die Bachelorarbeit nennt. Und davon sollen gleich drei Vorschläge präsentiert werden. Ack. Der Kurs mit dem klangvollen Namen „Bedeutungskonstitutionen in der Werbung“ meint letztlich nichts anderes als einen Kurs über die Wirrungen des geschickten Sprachgebrauchs in der Werbung – kombiniert mit möglichst emotionalen Bildern die Leute zum Kauf anregen soll (oder dazu, sich und ihren Dackel bei der XYZ versichern zu lassen).

Bilder kommen immer gut, hat man uns gelehrt.HatGuy_300dpi_60 Emotionale Bilder über glückliche Familien, über Autos, Schmuck, Höhlenkäse. (.. ich weiß nicht wieso mir dieses Beispiel so im Kopf hängen geblieben ist. Wir haben tatsächlich anderthalb Stunden über die Anzeigengestaltung von Höhlenkäse diskutiert). Naja jedenfalls: Werbung heute muss emotional sein, sonst packt das niemanden mehr.

Ich würd ziemlich gerne eine Arbeit darüber schreiben, wie Werbung den Leuten den Kopf verdreht und warum wir an der Käsetheke bei all der Auswahl regelrecht emotional werden. Stattdessen wird es aber vermutlich eine Arbeit über Metaphern oder Frame-Shifting in der Anzeigenwerbung. Das kann auch spannend sein – vermute ich. Bisher habe ich den Katalog der Unibib durchforstet und schon einige Bücher vorgemerkt, die sich allgemein mit Sprache in der Werbung befassen und das sind ganz schön viele. Vor allem solche mit psychologischer Sichtweise.

Anzeigen habe ich mir schon ein paar rausgesucht, müsste jetzt aber erstmal Rücksprache mit dem Dozenten halten. Die Plakate von der Lufthansa finde ich jedenfalls gelungen. Das ist eine ganze Kampagne, bei der mit diesen kurzen Slogans gearbeitet wird, die sich entweder reimen oder bei denen mit Anaphern gearbeitet wird. Lufthansa-Business(Ja ich gebs zu, das musste ich jetzt nachschlagen, mein Rhetorikkurs ist auch nicht mehr so ganz frisch ;-)) Auf jeden Fall sagt Wikipedia die Anapher ist „eine einmalige oder mehrfache Wiederholung eines Wortes (oder einer Wortgruppe) am Anfang aufeinander folgender Sätze.“ Na wieder was gelernt.

Tipps für Studenten Teil 1 – Zuschuss vom Amt

Als Student gehört man eigentlich so gut wie immer zu der Spezies Mensch, die wenig Kohle hat.  Viele wollen oder müssen neben dem Studium noch Jobben, was aber, wenn das nicht geht? Manchen passt es zeitlich einfach nicht, der Stundenplan ist voll oder man denkt sich, anstatt irgendwo zu Kellnern wäre ein themennahes Praktikum viel hilfreicher – das jedoch meist ja leider nicht vergütet ist.

Klar, ein Mittel sich während der Studienzeit zu finanzieren, ist BAföG. 670 Euro ist der Höchstsatz für einen alleinlebenden Studenten, dessen Eltern kein Einkommen haben (oder dieses nicht angerechnet werden kann, da zu niedrig). 670 Euro sind nicht die Welt. 670 Euro sind sogar verdammt wenig, wenn man bedenkt, das ca. 300 Euro schon für die (Kalt)Miete abzuziehen sind. Da bleibt nicht mehr viel… aber wenn man mal logisch nachdenkt, macht es eigentlich keinen Sinn, dass ein Student im Schnitt weniger Geld zum Leben hat, als ein Arbeitsloser.

Viele wissen dabei gar nicht, dass auch Studies einen Zuschuss bei der Arge beantragten können. Ich rede hier ausdrücklich nicht von Arbeitslosengeld oder ALGII (dieses steht jemandem im Studium  nicht zu). Was jedoch möglich ist, ist ein

Zuschuss zu den ungedeckten Kosten für Unterkunft und Heizung nach § 22 Abs. 7 SGB II.

Wie der Name es schon vermuten lässt, sollen damit die Kosten für Wohnung und Heizung abgedeckt werden – vorausgesetzt natürlich, diese bewegen sich in einem angemessenen Rahmen.

Zur Beantragung des Zuschusses könnt ihr entweder ein formloses Anschreiben aufsetzen, oder die normalen Antragsformulare  (mit denen auch ALGII beantragt wird) ausfüllen. Tragt dabei auf jeden Fall euren genauen BAföG-Satz ein und macht am besten noch einen Vermerk, dass ihr nur einen Zuschuss (siehe oben) beantragen wollt, mit der genauen Bezeichnung und Paragrafennummer.  Beamte sind schwer zu beeindrucken und haben ein antrainiertes ‚Abwehrverhalten‘ gegenüber Kunden, welches zwar rechtens ist aber nicht immer fair. Hilfreich ist es auf jeden Fall, genau darauf hinzuweisen, worauf man sich bezieht und zeigt dass man weiß, das eine solche Regelung existiert. Auf jeden Fall Kopie von Studienbescheinigung, BAföG und sonstigen Einkommen beilegen.

Wie viel gibt’s? Das lässt sich pauschal schwer sagen, da der Betrag stark vom BAföG-Satz, zusätzlichem Einkommen und der Höhe der Miet- und Heizkosten abhängt. Um die 300 Euro können es aber durchaus sein, ein Versuch lohnt sich also.

Und noch einmal: Ich treibe hier niemanden dazu an, sich als Schnorrer zu betätigen oder vielleicht sogar das Rechtesystem zu umgehen. Diese Klausel existiert in dieser Form im Gesetzbuch und es ist nur fair, auch Studenten darauf zu verweisen. Ein Vollzeitstudium nennt sich nicht umsonst Vollzeitstudium und fordert im Schnitt genauso viel Aufwand, wie ein Job. Meiner Meinung nach haben Studenten daher mitunter ein größeres Recht, staatlich finanziell gefördert zu werden als manch andere Genossen.  (No offence, ich denke man weiß, was ich meine 😉

Habt ihr den Antrag einmal bewilligt bekommen, müsst ihr daran denken,  regelmäßig halbjährig eine Weiterbewilligung zu beantragen. Das ist dann aber nur der obligatorische Bogen, auf dem Änderungen vermerkt werden müssen, ansonsten reicht ein Kreuzchen bei ‚Nein‘.

Ich hoffe das hilft jemandem. Sein Studium aus Geldnot abbrechen, sollte jedenfalls niemand.

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